Ein neues Kapitel hat begonnen – und diesmal nicht fotografisch, sondern auf vier Rädern.
Seit einiger Zeit war mir klar, dass ich meinen geliebten Skoda Roomster nicht mehr durch den TÜV bringen werde, ohne wieder eine wesentliche Summe investieren zu müssen. Also musste etwas Neues her. Und parallel dazu beschäftigte mich die Frage, wie ich meine vielen Fahrten nachhaltiger gestalten kann.
Als Fotograf bin ich viel unterwegs: früh zu Kletterwettkämpfen, Hochzeiten, Besorgungen und Kundenterminen. Dazwischen transportiere ich Material und Ausrüstung. Mobilität ist für mich unverzichtbar – und angesichts der sichtbaren Folgen des Klimawandels fühlte es sich nach dem richtigen Zeitpunkt an, etwas zu verändern.
Mitte September fiel die Entscheidung:
Ein gebrauchter Hyundai Kona Electric 64 kWh.
Fünf Jahre alt, nur 37.000 Kilometer gelaufen, Winterreifen inklusive. Inzwischen habe ich damit bereits rund 2.700 Kilometer zurückgelegt.
Warum elektrisch?
Zum einen, weil ich immer offen für E-Mobilität war. Zum anderen, weil die Zeichen des Klimawandels immer deutlicher werden. Und dann stand der Kona da – und ich dachte mir:
„Fuck it! Was soll schiefgehen? Probier es aus. Dann bist du schlauer.“
Ein Elektroauto war für mich eine spannende Herausforderung: neues Konzept, neue Denkweise, neuer Umgang mit Mobilität.
Mir ist bewusst, dass ein einzelnes Auto nicht die Welt rettet. Aber es ist ein Anfang, ein persönlicher Beitrag – und einer, der sich für mich richtig anfühlt. Jeder Schritt zählt. Dieser hier ist meiner.
Fahrerlebnis – ruhiger, entspannter, gelassener
Was ich vor der ersten Fahrt nicht wusste: Wie ruhig und entschleunigt ein Elektroauto den Alltag machen kann. Ich war noch nie so entspannt unterwegs.
Natürlich liegt das nicht nur am Antrieb, sondern auch daran, dass der Kona moderner ist als mein alter Skoda. Aber vor allem der Abstands-Tempomat nimmt unglaublich viel Stress aus dem Fahren – besonders auf Bundesstraßen und Autobahnen. Zusammen mit der passenden Playlist entsteht ein entspanntes Cruisen, das ich vorher nicht kannte.
Wenn es mich nicht eilt, hänge ich auch gerne einfach mal im rechten Spurverkehr fest und rolle entspannt dahin.
Und wenn ich doch mal Lust auf Dynamik habe?
Dann gibt es den Sportmodus – und der macht überraschend viel Spaß. Das Auto kann, wenn man möchte. Aber man muss nicht.
Laden – ein Lernprozess
Die ersten Ladevorgänge waren tatsächlich eine Herausforderung. Nicht wegen des Autos, sondern wegen der Ladeinfrastruktur in Deutschland, die in Sachen Tarife, Apps, Roaming und Kosten pro kWh … sagen wir mal: kreativ ist.
Aktuell lade ich:
- zu 95 % AC mit 11 kW,
- ausschließlich an öffentlichen Ladesäulen,
- weil ich in einer Mietwohnung ohne Wallbox wohne.
Preislich ist das okay – aber natürlich nicht mit PV-Besitzern zu vergleichen, die für ein paar Cent zu Hause laden. Mit eigener Solaranlage wäre das ein No-Brainer.
Besonders unübersichtlich ist der Wildwuchs an Ladeapps, Tarifen, Roaming-Modellen und Grundgebühren.
Welche App funktioniert hier? Wer betreibt die Säule? Was kostet es diesmal?
Da ist definitiv Luft nach oben, und die Kritik daran ist absolut berechtigt.
Mit der Zeit habe ich aber gelernt, Laden in meinen Alltag zu integrieren:
Laden, wenn das Auto sowieso nur rumsteht.
Ein Lernprozess – aber er funktioniert inzwischen ziemlich gut.
Die bisher längste Fahrt – von Landsberg nach Gröden
Mein erstes Langstrecken-Abenteuer führte mich von Landsberg nach Gröden in Südtirol.
- in Landsberg mit 100 % Akkuladung gestartet
- komplett durchgefahren
- in Gröden mit 40 % Restakku angekommen
Besser hätte es kaum laufen können.
Vor Ort wurde es dann schwieriger, eine funktionierende Ladesäule zu finden – ein Punkt, bei dem etwas mehr Vorplanung hilfreich gewesen wäre. Aber auch das sind Erfahrungen, die man auf dem Weg sammelt.
Ein echter Game Changer: Vorklimatisierung
Was mich jeden Morgen aufs Neue begeistert, ist die Vorklimatisierung über die Hyundai-App.
Egal ob kalt oder heiß – das Auto ist vor Fahrtantritt perfekt temperiert.
Ein Komfortdetail, das ich vorher nie vermisst habe, das aber heute nicht mehr wegzudenken ist.
Fazit nach 2.700 km
Bis jetzt bin ich sehr positiv überrascht.
Der Kona Electric fügt sich nahtlos in meinen Foto-Alltag ein, fährt sich entspannt, ist zuverlässig und deckt bislang alles ab, was ich brauche.
Ich wüsste aktuell nicht, was mir fehlt.
Und ich bin gespannt, wie sich die nächsten Kilometer anfühlen werden.
👉 Kroha Fotografie goes electric – nicht aus Trend, sondern aus Überzeugung. Und mit jeder Fahrt wächst die Freude daran, diesen Schritt gegangen zu sein.
Comment
Schickes Auto!
Die ekektrischen bieten schon einige Annehmlichkeiten.
Ab und an auch ganz nett, wenn man merkt, dass da beim Beschleunigen doch ganz schön was geht 😁
Der Dschungel aus Apps und Lademöglichkeiten (oder auch nicht) lässt allerdings wirklich noch Platz nach oben für Entwicklung und Vereinheitlichung.